Philosophie
Immer wieder werde ich gefragt: Was macht eine Architektin in der „sozialen Stadtentwicklung“? Bauen??
Meine „Baustelle“ ist die Verknüpfung der Akademischen Ausbildung mit sozialer Kompetenz, der Flexibilität einer jahrelangen „Managerin eines erfolgreichen Familienunternehmens“, Kreativität und analytischer Fähigkeiten - Kernkompetenzen in der Projektentwicklung und Beratung - dennoch: gefühlte „Improvisateurin“ – bis ich im Rahmen meiner Qualifizierung als Beraterin die Qualitäten meiner Herangehensweise schätzen lernte.
Ein Zitat, dass ich kürzlich in einem Wirtschaftsmagazin fand, bringt auf den Punkt, was meine Arbeit spannend und im Ergebnis erfolgreich macht:
projektberatung = improvisieren = verbessern. veredeln.
„Es geht nicht mehr darum, das Beste zu wollen. Sondern darum, das Beste daraus zu machen. Selbst wenn es nicht all die guten Gründe gäbe, die dafür sprechen, so zu handeln: Alle, die nicht an ein unausweichliches Schicksal glauben, sind sich das schuldig. Mach das Beste daraus.
Sogar diese optimistische und richtige Phrase lässt in unserem Kulturkreis den Verdacht keimen: Das Beste daraus machen, ist das nicht schon zweite Wahl? Ein falscher Idealismus, ein fanatischer Perfektionsglaube verhindert den Zugang zur Wirklichkeit.
Spricht hier jemand Englisch? Ja? Was bedeutet denn "to improve"? Genau. Verbessern und veredeln. Ist das schlecht? Klingt das nach Notlösung? Nein. Nach Besserem.
Wer improvisiert, sich schnell anpasst, offen reagiert, andere Möglichkeiten einbezieht, Chancen erkennt, Provisorien errichtet, der kleistert nicht irgendwas zusammen. (...) Der Improvisator ist also der, der macht, während andere noch nach der Weltformel schielen. Das eine funktioniert. Das andere kann dauern.“
Quelle: Brand Eins, „Wir rechnen mit allem. - Die Kunst der Improvisation“, Heft 10/2008, „Die Überraschung“, Wolf Lotter
